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Vielleicht, weil wir schon den Berliner Bären haben, war der jüngst nach Bayern eingewanderte Braunbär nicht willkommen.
Foto:Zefa

In Bayern und «Bild» war der Bär los

Wenigstens Meister Petz hat die «Post von Wagner» ernst genommen und ist nach Österreich geflüchtet


Tagelang sorgte ein Braunbär in Bayern und «Bild» für Aufregung. Jetzt ist Meister Petz einfach wieder nach Österreich abgezogen, obwohl ihn die «Gothaer» sogar rundum haftpflichtversichert hatte. Kein Wunder - zunächst wurde der «Killer-Bär» von Bayerns Umweltminister Schnappauf mit dem «Todes-Schuss» bedroht, dann kam auch noch «Post von Wagner» aus der «Bild»-Redaktion.

Psycho-Terror in «Bild» wirkt - das hat Kolumnist Franz Josef Wagner erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Kurz nach Veröffentlichung seiner «Post» vom Dienstag zog sich der Bär aus Bayern zurück und hofft jetzt wohl darauf, in Österreich von ähnlichen publizistischen Attacken verschont zu bleiben: «Lieber Braunbär, du hast dich ins Gummibärchen-Land verirrt, wo es keine richtigen Wälder mehr gibt, sondern Ziersträucher und Pudel, die in der Bären-Hauptstadt Berlin zum Friseur Udo Walz gehen.»

Nun gut, von Udo Waltz ging nicht unmittelbare Gefahr für den Bären in Garmisch und Umgebung aus. Dafür drohte Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf schon am Montag via Bild mit dem «Todes-Schuss». Immerhin hatte der «Killer-Bär» zuvor die bayerische Schaf-Fang-Quote mit «einem Dutzend getöteten Schafen innerhalb von 48 Stunden» bereits maßlos überzogen: «Ein normaler Bär ernähre sich weitgehend von den Früchten des Waldes und reiße im Schnitt zwei Schafe im Jahr», erläuterten ergänzend die Bärenexperten des Boulevardblattes aus dem Springer-Verlag.

Gut, dass sich «Bild» nicht auch noch um die Schadensregulierung kümmern musste. Am Dienstagabend kündigte die «Gothaer» per Pressemitteilung an, dass sie den Bären mit einer Art «Rund-um-Sorglos-Paket» ausgestattet habe: «Die Gothaer übernimmt die durch den nach Bayern eingewanderten Bären verursachten Schäden bei Wild und Nutztieren.»

Dass der Bären-Versicherer wohl nicht mehr für weitere Schäden in Bayern aufkommen muss, ist zweifellos Franz Josef Wagners couragiertem Appell an Meister Petz zu verdanken: «Lieber Bär, lauf schnell weg aus dem Gummibärchen-Land, wo nur die Schmusetiere überleben.» Zumindest der Bär hat die «Post von Wagner» ernst genommen.

Horst Müller 30.05.2006
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