Onlineausgabe der INNdependent Media GmbH

SERVICE | Archiv | Lokales-Hintergrund

Vom Sprecher bis zum Zeitnehmer: Wenn vom 19. bis 21. Juni die 160 Oldtimer der ADAC Bavaria Historic durch das südliche Oberbayern, das Salzburger Land und Tirol touren, sorgen 400 Streckenposten und Helfer für einen reibungslosen Ablauf.
Foto:Redaktion

Oldtimer-Ralley bewegt eine ganze Region

Rund 400 Streckenposten bei Bavaria Historic im Einsatz


Wenn vom 19. bis 21. Juni die 160 Oldtimer-Teams der ADAC Bavaria Historic durch das südliche Oberbayern, das Salzburger Land und Tirol touren, sorgen 400 Streckenposten und Helfer entlang der 780 Kilometer langen Strecke für einen reibungslosen Ablauf. Perfekte Organisation und logistische Feinarbeit sind das oberste Gebot.

«Mal ist es ein umgestürzter Baum, der nach einem heftigen Sommergewitter die Strecke blockiert, oder die Straßen sind überflutet und der Oldtimer-Tross muss urplötzlich umgeleitet werden», erklärt Hans Götz, Leiter der Sportabteilung des ADAC Südbayern und seit 1991 Planer der ADAC Bavaria Historic. Deshalb müssen die Streckenposten vor Ort jeden Meter des umliegenden Straßennetzes kennen, um blitzschnell reagieren und die Wegweiser umstellen zu können. Aber auch die beiden Wertungsprüfungen am Freitag auf dem Salzburgring nahe der Mozartstadt machen aus Sicherheitsgründen einen Großeinsatz der überwiegend freiwilligen Helfer notwendig: rund 100 Personen sind dann im Einsatz.

48 Zeitnehmer registrieren an 64 unterschiedlichen Wertungsprüfungen auf die Hundertstelsekunde genau die Durchfahrtszeiten der Teilnehmer und sammeln an den beiden Ralleytagen etwa 17.400 Einzeldaten. Dahinter steckt eine logistische Meisterleistung. «Als es noch keine Computer gab, mussten die Daten per Hand in unzählige Listen eingetragen werden», erinnert sich Götz. Dank der elektronischen Helfer werden die gemessenen Zeiten heute in moderne PCs eingetippt und während des Veranstaltungstages in einen zentralen Rechner eingespeist und ihre Plazierung erfahren.

«Die Auswahl einer landschaftlich attraktiven Strecke, die ebenso den sportlichen Ansprüchen der Teilnehmer gerecht wird, ist das langjährige Erfolgsgeheimnis der Bavarian Historic. Nicht umsonst gilt die Bavaria als das Gegenstück zur legendären italienischen Oldtimer-Ralley Mille Miglia. Die Streckenplanung der Bavarian Historic ist deshalb Jahr für Jahr eine neue Herausforderung und nimmt die meiste Zeit in Anspruch. Bereits im Januar schwärmen die Streckentüftler des ADAC Südbayern aus und legen mehr als 5.000 Kilometer zurück, um kleine, verwinkelte Wege neben den bekannten Straßen und Bergpässen zu durchkämmen und nach landschaftlichen Kleinoden abseits der großen Tourismusrouten Ausschau zu halten. Das Ergebnis der akribischen Arbeit wird auf acht plakatgroßen Landkarten aufgezeichnet.

Die Kunst besteht darin, immer wieder neue Streckenteile ausfindig zu machen und miteinander zu verbinden, auf die man als Tourist nicht sofort stoßen würde», sagt Götz und lüftet eines seiner Erfolgsrezepte: «Wenn ich beispielsweise einen Landstrich mit einem tollen Blick auf eine Bergkette oder ein Tal entdeckt habe, versuche ich die Streckenführung so zu gestalten, dass die Teilnehmer auf die Sehenswürdigkeiten zufahren und so die tolle Landschaft automatisch wahrnehmen und genießen können.» Der Aufwand lohnt sich, denn auch heuer waren die 160 Startplätze bereits Wochen vor dem offiziellen Anmeldeschluss restlos ausgebucht.

Am Ende der Bavaria Historic 2003 werden die 400 Streckenposten und Helfer rund 8.000 Arbeitsstunden und viel Fleißarbeit hinter den Kulissen geleistet haben. Und dass das Team um Hans Götz der Ralley auch aus Sicht der Zuschauer richtige Würzer verleiht und die passenden Zutaten hat, zeigt das Jahr für Jahr zunehmende Interesse an der hochkarätig besetzten Klassiker-Ausfahrt: Im vergangenen Jahr säumten mehr als 40.000 die Strecke. 15.000 Besucher kamen allein zur PS-Party zum Ralley-Auftakt an Fronleichnam auf die Schlosswiese von Maxlrain und 8.000 begeisterte Oldtimer-Fans verfolgten den grandiosen Zieldurchlauf «Grand Prix von Bad Aibling» auf einem Rundkurs im Herzen der Kurstadt, die zusammen mit dem am Freitag erstmals gefahrenen «Grand Prix von Reit im Winkel» und den beiden Wertungsprüfungen am Salzburgring auch heuer das Herzstück der Ralley bilden.

Redaktion 10.06.2003
Anzeige