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Großes Unkrautjähten beim Starkbieranstich
Schadenfreude lässt sich beim „Derblecken” niemand anmerken. Die Rede zum Auerbräu-Starkbieranstich in der Rosenheimer Inntalhalle war wieder ein kabarettistischer Rundumschlag.
Rosenheim. 15 Jahre zeichnet Kabarettist Peter Kirmair inzwischen für die traditionelle „Fastenpredigt” verantwortlich - die in Rosenheim anders als in München gar keine ist. Denn Kirmairs Markenzeichen ist seine Verwandlungskunst. So begab sich der Festredner dieses Jahr im Anklang an die Landesgartenschau unter die Gärtner und wagte sich ans sprachspielerische „Unkraut zupfen”. Den ersten Lacher durfte allerdings Ferdinand Steinacher für sich verbuchen. Auerbräus Neu-Geschäftsführer versprach in seiner Begrüßung Kontinuität, vergaß aus offensichtlicher Nervosität jedoch, Landrat Josef Neiderhell willkommen zu heißen. „I gfrei mi, dass Sie narrisch do san”, holte Steinacher eiligst nach. Und nahm den Versprecher mit Humor. Mit Humor hatte die weniger zahlreich als in den Vorjahren anwesende Politprominenz (klar, keine Wahlen) auch Kirmairs Spitzen zu nehmen.
Diese betreffen traditionell bundespolitische Themen - diesmal etwa Abwrackprämie oder Schweinegrippeimpfung - halten aber besonders auch heimischen und regional tätigen Volksvertretern den Spiegel vor die Nase. Ob Rosenheims Zweiter Bürgermeister Anton Heindl jedoch jemals aufhören wird „den oidn Herrn Geheimrat Goethe in seinen weitschweifigen Ausführungen” zu vergewaltigen; ob jener Vizebürgermeister, der eine Polizistin nach seiner Geschwindigkeitsüberschreitung zur Sau machte, Reue empfinden wird; ob die SPD wiederaufersteht, nachdem sie sich selbst in Staatsforsten zu Grabe getragen hat, oder ob die CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Raab sich Gedanken über ihren Werdegang macht „unter´m Aufbau-West Verkehrsminister Ramses Beda”, bleibt abzuwarten. Unter den Klängen der Blaskapelle Flintsbach machten die meisten Derbleckten gute Miene zum bösen Spiel. Ob ihr Lächeln echter war, als das jener Gäste, die Kirmair gar nicht erst unter die Harke nahm, bleibt leider geheim.
