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Foto:Judith Schmidhuber

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Im Chiemgau sind die Ochsen los


Tierisch. Am Faschingssonntag sind nicht nur die Narren los, Spaß und Unterhaltung versprechen auch zwei Ochsenrennen in Frasdorf und Rottau. Die Veranstalter fiebern dem Spektakel schon seit Monaten entgegen. Tierschützer üben aber heftige Kritik.

„Fritz” ist eher von der faulen Sorte, er bewegt sich keinen Meter. Der hübsche „Napoleon” wird erst mal nur herumgeführt, so ganz geheuer ist ihm die Sache noch nicht. „Gonzo” dagegen macht seinen Job schon ganz gut, er rast auf der Wiese auf und ab, so dass sich sein Reiter kaum auf dem Rücken des Ochsen halten kann. Immer mehr Schaulustige finden sich am Rand der Wiese ein und amüsieren sich über das Training für das Ochsenrennen in Rottau bei Grassau. „Wir müssen die Tiere erst an die Wettkampfsituation gewöhnen”, erklärt Hans Hoffmann vom Trachtenverein D’Gederer Rottau. Am Faschingssonntag geht das Ochsenrennen zum fünften Mal über die Bühne. Der Verein hat dazu elf Ochsen mitsamt tapferen Reitern aufgetrieben, allesamt aus dem Dorf.

Das Rennen hat weniger einen sportlichen Hintergrund - Hauptsache die Zuschauer haben bei der Faschingsgaudi etwas zu lachen. Und wenn man das Training so beobachtet, dürfte das auch der Fall werden. Mal bockt ein Ochs’, dann fliegt wieder ein Reiter. Damit sich Fritz endlich in Bewegung setzt, wird sogar ein Eimer Kraftfutter als Lockmittel eingesetzt. Dann macht er ein paar müde Schritte, die Zuschauer applaudieren. „Ein Ochs’ is’ ein Ochs’. Der macht, was er will”, schmunzelt Hoffmann. Gonzo galoppiert wieder vorbei, sein Führer hinten nach, der Reiter fliegt erneut und der Ochse macht sich auf und davon. Ochsenjockeys haben’s eben nicht leicht. „Das sind alles junge, flinke Draufgänger”, lacht Hans Hoffmann. „Schisser können wir da keine gebrauchen.”

Beim Rennen am Faschingssonntag, 14. Februar, geht es ab 13 Uhr zur Sache: Ochs’, Reiter und Führer müssen sich in mehreren Durchläufen behaupten. „Die Reiter müssen aufspringen und dürfen sich nur an einem Seil, das um den Bauch des Tieres gebunden ist, festhalten”, erklärt Hans Hoffmann. Sattel oder Steigbügel sind nicht erlaubt - wobei das die Sache wesentlich erleichtern würde. Nicht geritten, sondern gefahren wird hingegen beim 2. Wildenwarter Ochsenrennen. Die zehn Ochsen, die ebenfalls an diesem Sonntag ab 13:13 Uhr in dem Frasdorfer Ortsteil an den Start gehen, ziehen einen Wagen, einen Sulky oder einen römischen Ochsenstreitwagen. Laut Rennleitung stehen die jungen Ochsen „gut im Futter” und haben die bisherigen Trainingsrunden auf dem recht bergigen, etwas mehr als 200 Meter langen Rundkurs problemlos gemeistert. Die Idee zu diesem Rennen hatten die Burschen der Feuerwehr Wildenwart, sie schafften sich nach zehnjähriger Pause wieder ihre Ochsen an und mittlerweile trainieren sie seit gut einem Jahr mit ihren vierbeinigen Renngefährten.

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Judith Schmidhuber und Eike Schlüter 09.02.2010
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