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„Die Lage in Port-au-Prince ist wirklich katastrophal”
Erschütternd. Nachdem in Haiti die Erde bebte, buchte die Rosenheimerin Sue Hasenpflug sofort den nächsten Flug, um zu helfen. Auf eigene Faust, auf eigene Kosten. In Port-au-Prince traf sie auf unfassbares Leid - und teils konfuse Hilfsorganisationen.
Port-au-Prince/Rosenheim. „Es ist noch viel schlimmer als damals”, betont Sue Hasenpflug. Bereits nach dem Tsunami in Südostasien an Weihnachten 2004 hatte die ausgebildete Katastrophenhelferin ihre Praxis für Physiotherapie in Rosenheim kurzerhand geschlossen, um in Sri Lanka drei Wochen lang erste Hilfe zu leisten. Aber die Bilder des Schreckens, die sich ihr jetzt in Haiti boten, brannten sich noch viel tiefer in ihrem Kopf fest.
Doch erzählen wir die Geschichte von Beginn an: Als am Mittwoch, 13. Januar, die Bilder vom verheerenden Beben über den Fernsehbildschirm flimmerten, wusste die 46-Jährige sofort, sie will helfen. Sie buchte den nächstmöglichen Flug und überredete Dr. Clemens Schilling, Internist am Rosenheimer Klinikum, sie zu begleiten. Auf viel Wechselkleidung verzichteten die beiden, stattdessen packten sie in ihre Taschen jede Menge Verbandsmaterial, welches das Klinikum ihnen kostenlos zur Verfügung stellte.
Nach dem Tsunami vor fünf Jahren hatte sich Sue Hasenpflug zunächst noch an einige deutsche Katastrophenschutzorganisationen gewandt und ihre Hilfe angeboten. Doch nachdem diese schon damals kein Interesse zeigten, handelte sie diesmal von Beginn an auf eigene Faust - und folglich auch auf eigene Kosten.
