Onlineausgabe der INNdependent Media GmbH

MEINUNGEN | Im Gespräch | Rotes Bankerl

Raumfüllend: Florian Lechner und seine Klangschalen in St. Nikolaus.
Foto:Laustroer

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Glas ist mehr als Materie


Unsere Zeitung rollt keinen roten Teppich aus. Dafür haben wir unser Rotes Bankerl, auf dem Glaskünstler Florian Lechner anlässlich seines Glasklang-Konzertes Platz nahm.


Rosenheim.
Vergangenen Freitag füllte der bekannte Glaskünstler Florian Lechner gemeinsam mit der Pariser Musikerin Catherine Brisset den Kircheninnenraum von St. Nikolaus mit verblüffenden Klängen.

Redaktion: Herr Lechner, „Glasklänge in Rosenheim“ klingt nach einem ungewöhnlichem Konzert. Was erwartet die Zuhörer?

Lechner: Primär eine völlig neue Raumerfahrung. Klänge haben die besondere Eigenschaft, einen Raum erlebbar zu machen. Dies geschieht durch Musik generell, hier aber verstärkt durch ungewohnte Klänge. In einem solchen Zusammenhang erscheint auch die Architektur anders. In dem Moment, wo ich anders höre, sehe ich auch anders. Es ist spannend zu erleben, wie mit Instrumenten, die nicht landläufig bekannt sind, ein Raum zum Klingen gebracht wird.

Redaktion: Mit welchem Instrument begleitet Sie Catherine Brisset?

Lechner: Sie spielt auf dem so genannten „Cristal“. Dieses Instrument hat ein reiches Spektrum an Möglichkeiten, von einem Orgeltonklang bis hin zu sphärischer Musik. Es wird manuell bespielt über eine liegende gläserne Tastatur, die mit angefeuchteten Fingern zum Klingen gebracht wird. Die so erzeugten Schwingungen werden auf Metallelemente und einen verstärkenden Klangtrichter übertragen. Somit sieht das Instrument recht bizarr aus.

Redaktion: Sehr auffällig ist auch diese große Klangschale. Wie bringen Sie die zum Klingen?

Lechner: Auf verschiedene Art und Weise: Durch Reiben, Anschlagen oder auch dadurch, dass ich Kugeln darin laufen lasse. Da gibt es ein großes Spektrum, manchmal kann man auch aggressiver damit verfahren. Allerdings nur soweit, wie man es Glas zumuten kann.

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Bettina Laustroer 25.09.2008
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