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Häschen in der Grube? Nein, Nein, auf unserem roten Bankerl...
Foto:Franco Errore

Von einem der auszog, eine Ausgezogene zu interviewen


Wir befinden uns im Jahr 2007 nach Christus. Ein ganzer Verlag ist in helle Aufregung versetzt. Ein ganzer Verlag? Nein! Die von resistenten Damen bevölkerten Büros hören nicht auf, «Business as usual» zu betreiben. Doch das Leben ist nicht leicht für die braven Grafikerinnen, Verlagsassistentinnen oder Anzeigenberaterinnen. Was nämlich Testosteron im Blut hat, hat dieser Tage nur eins im Kopf: Das Interview.

Meine Güte, muss ein Journalist nicht tagtäglich irgendwelche wichtigen oder sich zumindest wichtig aufplusternden «Persönlichkeiten» nach ihren neuesten Errungenschaften für Gesellschaft und Vaterland befragen? Kennt ein Reporter nicht ohnehin alle Pappenheimer aus Politik und Prominenz? Ist so ein Redakteur nicht mit Gott und der Welt per Du? Schon. Freilich. Aber mit diesem Interview geht  -  wenn auch reichlich verspätet - stellvertretend für alle Männer für den einen Mitarbeiter ein Jungentraum in Erfüllung.

Kein Wunder also, dass sie ihm die Bude einrennen. Sich als Chauffeure, Fotografen, Sekretäre anbiedern. Sich Wunder was ausmalen in ihrer schlüpfrigen Phantasie. Schlagartig fallen die gebügelten Anzüge von ihnen ab wie von sich schuppenden Schlangen, und darunter kommt der Lendenschurz des steinzeitlichen Jägers zum Vorschein. «Hallali» hallt´s durch die Gänge, in denen sich eine Horde Tarzans die Wände entlang hangelt, in der Hoffnung, den Auserwählten abzupassen, wenn er sich aufmacht, jene Jane zu befragen.

Und er? Der sie treffen wird? Er gibt sich gelassen. Sagt, was ihm größere Sorgen bereitet als sein Hormonhaushalt sei die Aussicht auf Legionen von Leserbriefen. Wenn´s um Brüste geht, zeigt die Erfahrung, steigen gewisse Bürger nämlich plötzlich auf die Barrikaden. Da sehen sie rot. Jeden Murks der Obrigkeit nimmt dieser Menschenschlag kommentarlos hin, erträgt Steuererhöhungen, Steuerhinterziehungen und Steuerverschwendungen ohne den Mund aufzukriegen, aber wagt es so ein liederliches Blatt wie unseres, auch nur etwas nackte Haut zu zeigen, dann engagiert er sich auf einmal. Protestiert so empört, dass man sich fragt, wer ihn gezwungen hat, die Schöne so genau zu betrachten...

Wir indes dachten uns: schauen wir doch mal, ob so ein Playmate mehr zu bieten hat, als wallendes blondes Haar und köstliche Kurven. Entblößen wir zusätzlich zum Körper auch noch die Seele. Schauen wir ihr anstatt ins Dekolleté in die Augen. Und klären ein für allemal, was dran ist an den Klischees. «Bunnys» sind blöd, und blöd, nun ja, zeigt besonderes Talent beim Beischlaf, lautet ja bekanntlich das Gerücht. Unvoreingenommen zumindest die eine Hälfte davon auszumerzen, machte sich also betreffender Mitarbeiter am Dienstag auf den Weg. Das Ergebnis? Schwer zu sagen. Ist er eigentlich schon zurück? Fragt

Georg Gifthaferl

gifthaferl@rosenheimer-nachrichten.de

Georg Gifthaferl 21.02.2007
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