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Kleine Drehpause in Berbling: Regisseur Simon Lahm mit seinen jungen Hauptdarstellern Christoph Rauscher und Marie Bloching.
Foto:Sven Eisermann

Grüne Monster im Maisfeld


Der Bayerische Film ist weiter im Aufwind und bringt neue Früchte hervor: Der junge Kolbermoorer Regisseur Simon Lahm drehte in den Ferien den Kinderfilm „Grün”.

Bad Aibling / Region. Spätestens seit Marcus H. Rosenmüller mit Filmen wie „Wer früher stirbt ist länger tot” für Furore gesorgt hat, ist der neue bayerische Heimatfilm aus der Film- und Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken.
Das jüngstes Beispiel dafür, dass mit bairischem Dialekt, ländlichen Drehorten und heimischen Darstellern mehr entstehen kann als klischeehafte Alpenschnulzen oder seichte weiß-blaue Seifenopern à la „Dahoam is dahoam”, liefert der Kolbermoorer Nachwuchsregisseur und Drehbuchautor Simon Lahm.
Das Kurzfilmprojekt „Grün“ ist für den jungen Kolbermoorer das Abschlussprojekt der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in München. Die Grundgeschichte setzt sich aus zwei Elementen zusammen: einem bayrischen Jugendfilm und dem gruseligen Thema einer fantastischen Gefahr. Bauer Huberts Sohn Toni hat nur Streiche im Kopf. Inzwischen glaubt niemand mehr seine Monster-Geschichten. Doch keiner merkt, dass sich der Junge nur mitteilen will, denn die drohende Gefahr liegt außerhalb des Hofes: im Sumpf. In der kleinen Vroni, Tonis geheimer Liebe, hat der Bauernbub eine Verbündete gefunden.
Vroni wird gespielt von der 12-jährigen Bad Aiblingerin Marie Bloching, die sich bereits beim Casting als schauspielerisches Naturtalent erwiesen hat. Auch ihr Filmpartner war schnell gefunden: „Die Eltern von Marie haben mir den Tipp gegeben, dass ich mal beim Rauscherhof in Au vorbei schauen soll. Dort kam mir dann ein kleiner Junge mit einer Henne auf dem Arm entgegen, hat mich angegrinst und urbairisch mit mir gesprochen. Da wußte ich genau: das ist er, den müssen wir nehmen”, erinnert sich Simon Lahm.
Die Drehorte waren schnell gefunden: die Filzen bei Au beispielsweise oder der Stadl eines Bauernhofes bei Berbling.
Während die Schulfreunde der beiden Hauptakteure sich in den Ferien im Freibad herumtreiben, dreht Lahm mit Marie und Christoph bei 30 Grad eine Szene in einem Stadl in Berbling. Doch das macht den beiden nichts aus. „Ich finde es schöner, dass ich beim Drehen bin”, meint Marie und der zwölfjährige Christoph ergänzt: „Ins Schwimmbad kann man ja immer gehen, aber einen Film drehen tut nicht jeder.” Wenn alles klappt, wird man die Abenteuer von Toni und Vroni mit dem grünen Sumpfmonster irgendwann auch im Fernsehen erleben können.

Sven Eisermann 03.09.2009
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