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Foto:DAK

Erhöhte Kassenbeiträge


Auf die ersten Versicherten kommen Zusatzkosten bei der Krankenversicherung zu. Bald dürften alle Versicherten dran sein.

Region. Auf viele Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherungen kommen bald monatliche Zusatzgebühren von acht Euro zu. „Wir werden den Zusatzbeitrag ab Februar erheben” sagt die Pressesprecherin der DAK Bayern, Tanja Knieler. Das heißt: Im Februar werden alle Versicherten der drittgrößten Krankenkasse Deutschlands einen Brief mit einer Zahlungsaufforderung bekommen.
Der Zusatzbeitrag wird nicht, wie normale Krankenkassenbeiträge, vom Bruttolohn abgezogen, sondern muss extra überwiesen werden. „Am einfachsten ist es, man macht dies mit der dem Schreiben beigefügten Einzugsermächtigung, das ist am bequemsten”, rät Knieler.

Keine Zusatzbeiträge sind derzeit noch bei der größten Kasse Bayerns, der AOK fällig. „Wir haben im vergangenen Jahr in Bayern rund 100.000 neue Mitglieder werben können, deswegen werden wir im ersten Halbjahr keine Zusatzbeiträge erheben. Wie es danach aussieht, können wir seriös nicht prognostizieren”, sagt Josef Sossau, Leiter der AOK-Direktion Bad Reichenhall.

Das Problem: Früher konnten die Kassen ihre Einnahmen selber kalkulieren und entsprechend Beiträge festlegen. „Heute bekommen wir das Geld nicht direkt von den Versichterten beziehungsweise von deren Arbeitgebern, sondern vom Gesundheitsfonds. Wie viel Geld wir von dort erhalten, erfahren wir erst im März”, so Sossau.

„Der Zusatzbeitrag ist politisch gewollt”, sagen Josef Sossau und Tanja Knieler übereinstimmend. „Bereits vor einem Jahr, als der einheitliche Beitrag von 15,5 Prozent festgelegt wurde, war klar, dass die Kassen ihre Ausgaben damit nur zu 95 Prozent decken können. Das heißt: Über kurz oder lang müssen alle Kassen den Zusatz erheben”, erklärt der Leiter der AOK-Direktion.
„Der Vorwurf der Politik, unsere Verwaltungskosten seien zu hoch, ist absurd. Unsere Verwaltungskosten betragen rund fünf Prozent, hingegen bei Privatkrankenkassen bis zu 15 Prozent”, so Sossau.

Axel Heise 02.02.2010
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