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Kottan ist Kult: Im Mai ermittelt der Major (Lukas Resetarits) zusammen mit seinem tollpatschigen Assistenten Schrammel (C. A. Tichy) im Citydome.
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Major Kottan kehrt zurück


Der Wiener Kult-Kieberer feiert in diesem Jahr eine vielfache Auferstehung. Auch Rosenheim ist im Kottan-Fieber - am 4. Mai laufen zwei Folgen im Citydome.

Wien/Rosenheim.
Von 1976 bis 1984 spaltete die Kriminalsatire von Helmut Zenker und Peter Patzak die Zuschauer zwischen München-Pasing und Wien-Brigittenau. Entweder man liebte den aberwitzigen Humor oder man hasste ihn.

Viele erinnern sich noch gerne an die ständigen Kämpfe des Polizeipräsidenten (Kurt Weinzierl) mit dem Kaffeeautomaten, ein Krokodil, das in der Donau schwimmt oder den einbeinigen Dezernatsleiter Schremser (gespielt von Walter Davy), der bei einer Verfolgungsjagd aus seiner Krücke feuert als wäre sie ein Maschinengewehr.

Unvergesslich sind auch die Szenen rund um den tollpatschigen Assistenten Schrammel (C. A. Tichy). Da störte es echte Fans auch nicht, dass der Hauptdarsteller während 19 Folgen immerhin zweimal ausgewechselt wurde und vor Lukas Resetarits auch schon Franz Buchrieser und Peter Vogel mit Ehefrau Ilse Kottan (Bibiana Zeller) verheiratet waren.

„Kottan ermittelt” sorgte auch für Aufregung: Etliche besorgte Anrufe gingen beispielsweise während der Erstausstrahlung der Folge „Kansas City” bei realen Polizeistationen ein, als am unteren Bildschirmrand folgender Text eingeblendet war: „Unbekanntes Flugobjekt bei Duisburg gelandet - nähere Informationen im Anschluss an diese Sendung.“

Mittlerweile ist Kottan längst zum Kult geworden; alle 19 Folgen sowie der Kottan-Kinofilm „Den Tüchtigen gehört die Welt” sind als DVD (Eurovideo) erschienen, am Wiener Rabenhoftheater feierte Kottan als Theaterstück am Mittwoch Premiere und sogar die sechs ungedrehten Folgen sind seit dieser Woche als Hörspiele im Handel erhältlich. Als wäre der Himmel für die Fans des skurrilen Wiener Schmähs damit nicht eh schon rosarot beziehungsweise rot-weiß-rot, vermelden österreichische Zeitungen dieser Tage auch noch, dass Kottan eine Wiedergeburt im Kino erfährt. Unter der Regie von Peter Patzak wird ab Sommer an einem neuen Kinofilm gedreht - und fast alle, die noch leben, sind wieder mit von der Partie: Lukas Resetarits, Franz Buchrieser, Bibiana Zeller, Chris Lohner & Co. ließen sich nicht zweimal bitten.

Noch vor zehn Jahren schien die Serie in den Film- und Fernseharchiven vor sich hin zu verstauben und lediglich alte Videokassetten konnte man auf Ebay ersteigern. Dass der Major („Inspektor gibt`s kan”) aus seiner Frühpension erweckt wurde, ist unter anderem dem Wiener Stefan Fehrmann zu verdanken. Etwa zeitgleich mit dem Tod des leider viel zu früh verstorbenen Kottan-Erfinders Helmut Zenker, stellte er Ende 2002 eine Kottan-Fanpage ins Netz. Daraufhin trafen sich im Juni 2003 sechs hartgesottene Fans der Serie, drei aus Wien, einer aus Linz, einer aus Frankfurt und einer aus Rosenheim. Sie suchten die Originaldrehorte der Serie auf und brachten eine neue Kottan-Welle ins Rollen - mittlerweile genießen die jährlichen Treffen ebenfalls schon eine Art Kultstatus.

Prominente Unterstützung erhielten die Fans von Jan und Tibor Zenker, die sich mit Herzblut dafür einsetzen, dass das Erbe ihres Vaters nicht in Vergessenheit gerät. Im aktuellen Wiener Kottan-Theaterstück, das aus der Feder der Zenkersöhne stammt, verharrt Kottan nicht in den 80er Jahren, sondern bleibt aktuell. Auch die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise spielt eine Rolle. „Kottan selbst ist natürlich ein Opfer der Krise, das schnell bemerkt, dass die kleinen Leute von den Banken über den Tisch gezogen werden und die G’stopften es sich richten”, meint Tibor Zenker.

Auch in Rosenheim könnte 2009 zum Kottan-Jahr werden. Am Montag, 4. Mai, laufen im Citydome ab 20.15 Uhr zwei Folgen: Die besagte UFO-Alarm-Episode „Kansas City” sowie „Die Enten des Präsidenten”. Eintritt ist frei, Mindestverzehr: 5 Euro, Fortsetzung möglich.

Sven Eisermann 16.04.2009
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