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Torii, Tempel, Geishas, Bier und Burger – japanische Kontraste



Nur ein Katzensprung ist es von Hiroshima auf die Zauberinsel Miyajima - seit Urzeiten ein heiliger Ort mit bedeutendem Shinto-Schrein, der bis heute nichts von seiner Magie verloren hat. Wer ein bisschen Zeit hat, sollte vom berühmten roten Torii am Ufer durch die archaische Urwaldlandschaft hinauf zum höchsten Punkt der Insel wandern - für Fußkranke und Flachlandtiroler gibt es auch eine Seilbahn. Von hier oben genießt man nicht nur einen herrlichen Blick, sondern bekommt mit etwas Glück auch die heimlichen Herrscher des Berges, die Japanmakaken zu Gesicht. Wer keine sieht, wird zumindest mittels Schildern mit der Aufschrift „Now, there are monkeys around” auf deren potentielle Anwesenheit hingewiesen.

Ein Höhepunkt und unverzichtbarer Programmpunkt jeder Japanreise: Kyoto. Das „japanische Jerusalem” mit seinen hunderten von Tempeln und seiner nach den Regeln des Feng Shui ausgerichteten Stadtarchitektur zieht Touristen wie Japaner magisch an. Nach einem Besuch des prächtigen goldenen Pavillons und des geheimnisvollen Zen-Gartens Ryoan-ji lässt man sich beschwingt durch die kleinen Gassen des Stadtteils Gion treiben. Hier ist die Wahrscheinlichkeit denn auch noch am größten, dass einem plötzlich eine echte Geiko (so nennt man die Geisha hier) über den Weg huscht oder sich mit etwas Glück im festlichen Gewande und mit schneeweiß geschminktem Gesicht ablichten lässt - japanische Anmut in Perfektion. Berühmt ist Kyoto auch für seine Küche. Die neungängigen Menüs sind eine Aneinanderreihung kleiner japanischer Schätze und bieten dem europäischen Gaumen ganz neuartige Geschmackserlebnisse.

Vieles in Japan ist neu und ungewohnt, manches jedoch auch vertraut: so etwa das bayerische Nationalgetränk. Während so mancher Tourist bei seiner ersten Expedition durch einen japanischen Supermarkt die vielen verschiedenen Bierdosen erst einmal mit skeptischem Blick gemustert haben mag, ist fast jeder Biertrinker am Ende des Japanurlaubs begeistert von den Braukünsten des fernen Ostens und nimmt sich die eine oder andere Sorte als Andenken mit nach Hause. Verdursten muss übrigens in Japan niemand: Gefühlt kommt auf jeden Japaner ein Getränkeautomat. Sie stehen an allen Ecken, in jeder Gasse und auf jedem Hotelflur und bieten eine farbenfrohe Palette vom pappsüßen Zuckerwasser mit lustigem Gesicht auf der Flasche über algenartigen grünen Tee bis hin zu heißem oder kaltem Kaffee aus der Dose.

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Sven Eisermann 30.07.2009
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