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THEMEN | Urlaub & Reise

Torii, Tempel, Geishas, Bier und Burger – japanische Kontraste
Vertrautes und Fremdes im Land der aufgehenden Sonne: Eine Reise von Japans südlichster Insel Kyushu über Hiroshima und Kyoto in die Megalopolis Tokyo.
Japan ist ein Land der Kontraste - vertraut und doch fremd, voll westlichem Lebensgefühl und gleichzeitig asiatischer Spiritualität, mit Menschenmassen in den Städten und unberührter Natur in den Bergen, mit Anstand und Höflichkeit und ganz ohne Umweltbewußtsein.
Kyushu ist die südlichste der großen Inseln. Hier kann man am besten die ersten Kontakte mit dem japanischen Kosmos herstellen - schließlich ist Kumamoto die Partnerstadt von Heidelberg. Dass die Japaner die besseren und vielleicht gar deutscheren Deutschen sind, wird einem bereits auf der Fahrt vom Flughafen der Millionenstadt Fukuoka ins Hotel bewusst. Busfahrer haben noch Uniformen, die nach Uniformen aussehen, sind in ihrem Bus noch echte Respektspersonen und informieren die Fahrgäste in kühler Routine über den derzeitigen Fahrverlauf: „Wir überqueren jetzt eine Schranke, danach biegen wir links ab”, heißt das, wie man dann vom kompetenten Marco Polo Reiseleiter erfährt.
Ähnlichen Ritualen begegnet man auch beim ersten japanischen Supermarktbesuch. Die Angestellten plärren einem zackig ein Sprüchlein entgegen, wenn man reinkommt und verabschieden einen mit einem ähnlichen Spruch beim Verlassen. Dazwischen durchforscht man neugierig und doch ratlos die Palette japanischer Lebensmittel.
Vom modernen Fukuoka geht es mit einem Triebwagen hinauf zum Vulkan Aso san mit seiner beeindruckenden Kraterlandschaft und der ungebändigten Energie der Erde.
Ganz in der Nähe liegt der Thermalbadeort Beppu, zu dem der kleine Zug weiterfährt - Eisenbahnromatik pur. Es ist übrigens egal, ob man im gemütlichen Nostalgiezug oder im Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen sitzt. Eines ist allen japanischen Zügen gemeinsam: Sie sind immer pünktlich wie ein Uhrwerk und bieten besten Service.
Vielleicht hätte der ehemalige Bahnchef Mehdorn einfach nur zwei Wochen in Japan Bahn fahren sollen - er wäre möglicherweise noch im Amt.
Mit seinen sieben Höllen - blubbernden und dampfenden Quelltöpfen - ist Beppu eine der geothermisch aktivsten Regionen der Erde. Dementsprechend quillt das heiße Wasser an allen Ecken und Enden aus der Erde und jedes Hotel hat seinen eigenen Onsen. Doch einfach hineinspringen ist streng verboten. Vor dem entspannenden Thermalbad hat sich der Europäer unter den strengen Augen der Einheimischen an die japanischen Baderegeln zu halten und muss sich erst einmal gründlich vorreinigen bevor er in den „heißen Suppentopf” steigen darf.
Von der Insel Kyushu geht es mit dem Shinkansen hinauf nach Hiroshima mit seiner Atombombenkuppel, der Friedensglocke und dem Museum - ein Ort, an dem auch die hartgesottensten Gemüter tief schlucken müssen. Trotz seiner schrecklichen Vergangenheit ist das Hiroshima von heute wieder eine lebensfrohe und junge Metropole. Wem am Abend der Magen knurrt, sollte unbedingt Okonomiyaki probieren: herzhafte Pfannkuchen, die vor unseren Augen auf einer großen Herdplatte gebrutzelt werden.
