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Schulbesuch in Nepal
Der Rosenheimer Lehrer Chris Riley hat mit seinem Motorrad Nepal erreicht. Dort besuchte er eine kleine Dorfschule, die er in Zukunft unterstützen möchte.
Rosenheim / Chyangre. Mit seiner BMW r100GS ist Riley im August von Rosenheim aus in Richtung Nepal gestartet. Per E-Mail war der 37-jährige Lehrer auf zwei Rädern permanent mit unserer Zeitung in Kontakt (wir berichteten).
Nach einer Verschnaufpause in Nepals Hauptstadt Kathmandu mit all ihren prächtigen Tempelanlagen machte sich der gebürtige Engländer auf den Weg in das abgeschiedene Dorf Chyangre. Aufgrund seiner ausgeprägten Flugangst wählte Riley den strapaziösen Weg mit Bussen über schreckliche Straßen und zu Fuß über gefährliche Brücken und zwei steile Berge.
Chyangre Village besteht aus zirka 30 Häusern. Fließendes Wasser gibt es je zwei Stunden vormittags und nachmittags und Stromleitungen sind noch nicht in diese Gegend vorgedrungen.
„Die Dorfschule liegt mitten im Ort, aber viele der über 900 Schüler müssen jeden Tag zirka zwei Stunden hin und wieder zurück gehen, da es in der Gegend keine Straßen, sondern nur schmale und steile Pfade gibt. Die Schule geht von der ersten bis zur zwölften Klasse und es arbeiten dort 15 Lehrer - das heißt, dass manche Klassen bis zu 180 Schüler umfassen”, berichtet Riley.
Zwar gebe es eine kleine Bibliothek, diese jedoch ist „überschaubar” - besonders an Fachliteratur sowie an Romanen in der nepalesischen und englischen Sprache fehlt es. Die Schule besitzt zwar zwei Computer, diese werden jedoch selten benutzt, da die Lehrer sich selbst nicht gut auskennen und moderne Software fehlt.
Für nepalesische Schüler wäre der deutsche Schul- und Lebensalltag reiner Luxus: In der Regel steht die ganze Familie gegen 4 Uhr auf und die Kinder müssen auf den Feldern mitarbeiten, bevor sie sich gegen acht Uhr auf den Schulweg machen. Der Schultag geht von 10 bis 16 Uhr; nach Schulschluss helfen die Kinder ihren Eltern wieder bis in die Abendstunden bei der Arbeit.
Viele Kinder, insbesondere Mädchen, sehen die Schule sowieso nur von außen, da sie den ganzen Tag arbeiten müssen. Im Gemeinschaftsraum wird auf einem offenen Feuer gekocht. Der beißende Rauch vertreibt Mücken und Fliegen; oft schlafen mehrere Personen in einem Raum. Religion, Tradition und Kultur spielen eine sehr große Rolle im Alltag der Menschen. Begeistert war Riley von der ungeheuren Gastfreundschaft: „Gäste werden in Nepal fast wie Götter behandelt. Auch die ärmsten Leute würden alles geben, damit der Gast gut versorgt ist. Die Familie, bei der ich gewohnt habe, hat am letzten Tag eine Ziege geschlachtet, damit sie mir Fleisch anbieten konnte. Eine Ziege hat einen Wert von zirka 40 Euro - ein echtes Vermögen in dieser Gegend”, so der Rosenheimer Lehrer.
Mittlerweile ist Riley wieder zurück in Kathmandu und genießt die letzten Wochen seines Asien-Abenteuers. Bis Weihnachten will der Wahlrosenheimer wieder in Bayern sein - trotz Flugangst geht es diesmal nicht über den Landweg.
Die Kalscheuer Schule Rosenheim veranstaltet am Samstag ab 10 Uhr einen „Tag der offenen Tür” mit einer großen Tombola zur Unterstützung der Partnerschule in Chyangre.
Spenden: SMV (Schülermitverwaltung), VR Bank Rosenheim-Chiemsee eG; BLZ: 71160161, Kontonummer: 5344719; Betreff: Nepal
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http://www.rosenheimer-nachrichten.de/zet_report_3_44404.html
