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Stefan Rippler
Foto:Sandra Schwaiger

Stefan Rippler will hoch hinaus


Stefan Ripplers Welt hat sich um den Mond gedreht, als er angefangen hat, nach den Sternen zu greifen. Damals galt es als originell, seinen Lieben ein paar tausend Quadratmeter der entfernten Kraterlandschaft zu schenken. Der Unterwössener schrieb darüber einen Artikel, für den er mit einem Experten des Instituts für Luft- und Weltraumrecht in Köln sprach. Den fertigen Text schickte er ans Oberbayerische Volksblatt in Rosenheim und die Online-Redaktionen von Focus und Stern. Die Focus-Redaktion biss an. «Können Sie sich vorstellen, mehr für uns zu schreiben?», fragte der Focus-Mann am Telefon. Als Stefan Rippler antwortete, fiel dem vermutlich fast der Hörer aus der Hand: «Ich bin zwar erst 15, aber gerne.»
Der Bub von damals ist heute ein junger Mann, studiert «Medien und Kommunikation» an der Bert-Brecht-Universität Augsburg. Sein halbes Leben lang bastelt der 21-Jährige inzwischen an einer Karriere in der Medienbranche. Mit erstaunlichem Erfolg: Stefan Rippler hat einen Verlag gegründet, ein Buch herausgegeben, zwei Internetportale etabliert; er hat Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust interviewt, RTL-Nachrichtenchef Peter Kloeppel und Moderator Reinhold Beckmann.
Mit elf Jahren startet Stefan Rippler in den Journalismus. Unter dem inzwischen verstorbenen Lokaljournalisten Hans Kurus als Mentor gibt er fünf Jahre lang Die Au spricht (Auflage: 250) heraus, eine Zeitung für den Unterwössener Ortsteil, in dem Stefan Rippler seit Beginn seiner Gymnasialzeit lebt; geboren ist er in Füssen im Allgäu. In der Oberstufe wird er Chefredakteur der Schülerzeitung Auspuff (Auflage: 400) am Gymnasium Marquartstein.
Sein erstes Praktikum absolviert er beim Burda-Verlag in München. Die dortige Praktikumsbetreuerin stößt den Zehntklässler auf ein Thema, das ihn seither nicht mehr loslässt: das Praktikum (siehe Seite 3). Zurück in Unterwössen gründet Stefan Rippler planetpraktika.de, ein Informationsportal für den Mediennachwuchs. Als sich Anfragen nach branchenunabhängigen Praktikumstipps häufen, erfindet der Unterwössener mit 18 den Praktikums-Knigge. Das Buch liegt inzwischen in der zweiten Auflage in den Läden, erschienen im Verlag clash jugendkommunikation mit Stefan Rippler als Mitherausgeber.
Als die Wochenzeitung Die Zeit im März 2005 die «Generation Praktikum» ausruft, sichert er sich die Internetadresse generation-praktikum.de, füllt sie unter anderem mit Inhalten aus dem PraktikumsKnigge (1. Auflage) und selbst entwickelten Online-Workshops für Berufseinsteiger. Bei den kürzlich in Berlin stattfindenden Jugendmedientagen moderiert Stefan Rippler einige Gesprächs- und Diskussionrunden. Weitere Projekte sind in Planung. Allzu viel will Stefan Rippler noch nicht verraten. Nur so viel: Zusammen mit Verlegerverbänden arbeitet er allgemein gültige Praktikumsregeln aus.
Wo Stefan Rippler die Zeit für seine zahlreichen Unternehmungen hernimmt, fragt sich der Unterwössener gelegentlich selbst. «Ich bin ein kleiner Tausendsassa», lautet seine Erklärung.
Sein Traum: Einen Tag lang Chefredakteur eines großen Verlags sein, «tierisch gerne im Burda-Verlag oder bei der Süddeutschen Zeitung». Sein Ziel: «Eines Tages in einem dieser Häuser zu arbeiten.» Sein Ziel wird Stefan Rippler eines Tages sicherlich erreichen. Vielleicht erfüllt sich irgendwann auch sein Traum. Und dann möglicherweise nicht nur für einen Tag.

Sandra Schwaiger 21.06.2006
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