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Hinhaltetaktik


Internet. Im Chieminger Ortsteil Hart scheint der Weg für eine Breitbandversorgung frei zu sein. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack.

Chieming / Hart. Für Aufatmen hat bei den Bürgern in Hart die Ankündigung von Bürgermeister Benno Graf gesorgt, dass für das Breitband-Problem nun endlich eine Lösung gefunden worden ist. Die Telekom hatte der Gemeinde vor einem Jahr angeboten, den Verteilerkasten im Ort für 80.000 Euro aufzurüsten. Die Kosten sollten zur Hälfte die Internetnutzer in Hart tragen - daraus wurde aber nichts, die Telekom zog das Angebot zurück.

„Wir waren in letzter Zeit mit einigen Breitband-Anbietern im Gespräch”, so Graf, „mit denen wollten wir auch ins Geschäft kommen.” Doch den Braten hat die Telekom wohl gerochen, vermutet der Bürgermeister: „Auf einmal haben wir jetzt ein wesentlich günstigeres Angebot bekommen, in dem sie nur noch 19.000 Euro verlangen.” Dieses will die Gemeinde annehmen. Die Anwohner müssen sich finanziell nicht beteiligen, 70 Prozent der Kosten hofft Graf durch eine Förderung decken zu können.

An der Vorgehensweise der Telekom lässt er kein gutes Haar: „Es hat mir unwahrscheinlich gestunken, dass sich erst andere Firmen bemühen mussten, damit die Telekom billiger wird. Die haben uns ein Jahr lang hingehalten”, schimpft er. Ein weiteres Jahr kann es jetzt noch dauern, bis die Harter endlich über schnelles Internet verfügen. Benno Graf ist aber zuversichtlich: „Ich hoffe, dass es schneller geht.”

Judith Schmidhuber 02.03.2010
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