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THEMEN | Auto & Mobilität | Probe gefahren

Ein Citroën für große Flotten
Den neuen Citroën C5 gibt‘s sowohl mit komfortabler Hydropneumatik als auch mit Stahlfederung. Unsere Zeitung hat den Franzosen ausführlich getestet.
Mittelalterliches Städtchen, Kopfsteinpflaster. Der eine Wagen schwebt darüber, der andere lässt fühlen, worüber seine Räder rollen. Das Auto, das wir zuerst probefahren, hat das hydractive Fahrwerk, für das die französische Marke seit Jahrzehnten bekannt ist, das zweite hat es nicht. Denn Citroën verkauft zum ersten Mal ein neues Modell mit zwei verschiedenen Federungssystemen - die französische Marke will auch im Flottengeschäft reüssieren. Um dort erfolgreich zu sein, braucht man keine Luxusfederung, aber der Preis muss stimmen. Denn das Flottengeschäft ist für fast alle Hersteller heute wichtiger als die abnehmenden Privatverkäufe.
Citroën hat die klassische Stufenhecklimousine und den etwas längeren Kombi (jetzt Tourer genannt) gleichzeitig auf den Markt gebracht. Die Rückkehr zum Stufenheck erfolgte deshalb, weil der C5 eben auch als Dienstwagen figurieren soll und weniger als Familienkutsche. Seine 467 Liter Kofferraumvolumen genügen aber immer, die Beladung ist durch die konkave Heckscheibe auch recht einfach.
Das Design bedeutet einen neuen Höhenflug: Der C5 wirkt wie ein Anzug von Boss auf Rädern. Innen gediegenes Business-Ambiente, da wurde an nichts gespart, ein Unterschied zum C6 (mit ihm teilt sich der C5 die Plattform) ist kaum bemerkbar. Vom C4 Picasso erbte das neue Modell im Lenkrad den feststehenden Pralltopf, dessen überreiche Bestückung mit Bedienungsknöpfen nicht jedermanns Sache ist. Die verschiedenen Federungssysteme (die preisgünstigen Motorisierungen haben Stahlfederung, die stärkeren das hydractive Fahrwerk) sind aber nicht alles, was anders ist: Der C5 bietet auch verschieden gefederte Sitze - bei der Comfort-Ausstattung nach französischer, bei der Tendance-Ausstattung nach deutscher Manier. Besonderheit: Der obere Teil der Rückenlehne ist immer verstellbar. Im Akustik-Labor wurde gute Arbeit geleistet, dreifache Türdichtungen und reichlich Dämmmaterial (macht das Auto auch schwerer) halten den Lärm draußen. Sieben bis neun Airbags und das optionale Navi Drive-System (bei einem Unfall wird per SMS sofort ein Callcenter alarmiert) bieten ein hohes Maß an Sicherheit.
Die Comfort-Ausstattung ist für traditionelle Citroën-Kunden gedacht, die Tendance-Modelle sollen neue Kunden erobern. Dennoch ist Citroën vorsichtig: Planstückzahlen werden nicht genannt, dem Tourer werden aber bessere Zahlen zugemutet.
Sieben Motoren, darunter vier Diesel, bieten bei beiden Ausführungen eine überreiche Palette, die drei Benziner bringen 125 bis 211 PS (im Sechszylinder ab 33.300 Euro), die Dieselmotoren schaffen 109 bis 204 PS, der Diesel-Sechszylinder kostet 33.650 Euro. Der Tourer ist immer um 1.100 Euro teurer als die Limousine. Die im 2,0-Liter-Benziner angebotene Vierstufen-Automatik kostet 1.300 Euro, die sechsstufige Automatik im 136 PS starken Diesel wird mit 1.500 Euro berechnet. Prüft man Preise und Ausstattungen näher, erkennt man die Absicht, die Konkurrenz zu übertrumpfen. Auch eine Autogas-Variante ist geplant.
Erste Eindrücke: Ein superbes Auto, solange man nicht an der Ausstattung spart. Der C6 wird nichts zu lachen haben.
