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THEMEN | Auto & Mobilität | Probe gefahren

Lademeister seiner Klasse
Solide Lösungen, aber keine Überraschungen zeigt der Kombi zur zweiten Generation des Škoda Fabia. Die Technik ist die gleiche, aber es gibt jetzt mehr Innenraum.
Wie die vor einem Jahr präsentierte Steilheck-Limousine übernimmt das Auto bis zur A-Säule die komplette Frontpartie des Roomster, um dann bis zum Heck eine klassisch gezeichnete Kombikarosserie dranzuhängen. Sie ist um knapp fünf Zentimeter höher als bisher, und das schafft Raum - bei umgeklappter Rücklehne sogar für zwei Fahrräder, montiert man deren Vorderräder ab.
Insgesamt wuchs das Gepäckabteil um 235 auf 1.460 Liter, bei voller Besetzung um 54 auf immerhin 480 Liter. Damit ist der Tscheche in seiner Klasse unbestritten Lademeister und geräumiger als mancher weit höher positionierte Konkurrent. In seinem Segment hat er mit 959 Millimetern auch die größte Laderaumlänge zwischen Heckklappe und Rückbanklehnen. Und: Fondpassagiere genießen mindestens ebenso viel Bein- und Kopffreiheit wie in der Limousine.
Das aber sind auch schon alle Neuigkeiten an der mit etwa 43 Prozent sehr gefragten Kombiversion. Die Technik entspricht haargenau jener der Limousine, und selbst diese wurde seit der Einführung des Fabia wenig verändert. Nach wie vor gibt es sieben Motoren mit 60 bis 105 PS, darunter die in Tschechien hergestellten Dreizylinder (zwei 1,2 Liter Benziner mit 60 und 70 PS und ein 1,4 Liter Diesel mit 70 PS) und vier allmählich etwas betagte Vierzylindermotoren aus den Volkswagen-Regalen. Die im Polo GTI angebotenen stärkeren Benziner gibt es ebenso wenig wie den 130 PS starken 1,9-Liter-Diesel oder den BlueMotion-Diesel, der nur 99 Gramm pro Kilometer CO2 ausstößt. Dabei gelten die Pumpe-Düse-Dieselmotoren sowohl beim Polo als auch beim Fabia unter heutigen Maßstäben als wenig kultiviert, ein Rußpartikelfilter muss mit 600 Euro extra bezahlt werden, auch ESP wird nicht serienmäßig angeboten.
Der Kombi zum Skoda Fabia präsentiert sich gefällig und sorgfältig gemacht, er hat bequeme Sitze, ist gut gefedert, leicht zu bedienen, technische Feinheiten aber fehlen. Die Grundausstattung bleibt einfach, selbst die geteilte Rücksitzlehne muss extra bezahlt werden, erst recht natürlich Dachreling (150 Euro), Klimaanlage (1.090 Euro) und Sitzheizung (220 Euro). Mit dieser Politik ist Skoda aber selbst in Deutschland immer gut gefahren, um von den Märkten des Ostens abzusehen- das „Goldene Lenkrad“ spricht für sich.
Auch beim Kombi gibt es fünf Ausstattungsvarianten, wobei der 60 PS-Einstiegsbenziner nur im Grundmodell für unverändert 10.740 Euro angeboten wird. Für den 105 PS-Spitzenbenziner gibt es eine Sechsgang-Automatik mit Tiptronic-Modus, bei allen anderen Modellen wie bisher leicht schaltbare Fünfganggetriebe. In der oberen Ausstattungsstufe Elegance steht der starke 1,6-Liter-Benziner mit 17.240 Euro, der gleich starke 1,9 Liter TDI mit Rußpartikelfilter mit 19.640 Euro zu Buche. Man muss also quasi die ganze Erde umkreisen, ehe sich diese Differenz bezahlt macht.
