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Die automobilen Zukunftsvisionen auf der IAA lockten im September rund 850.000 Besucher in die Frankfurter Messehallen. Auch unsere Zeitung war dabei.
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Der Weg ist noch lang


Auf der diesjährigen IAA setzten erstmals auch die deutschen Autobauer voll auf Klimaschutz und Umweltverträglichkeit. Doch sie hinken noch immer hinterher.

Frankfurt.
Lange Zeit haben nicht zuletzt die deutschen Automobilhersteller den Trend hin zu spritsparenden Fahrzeugen verschlafen. Die 63. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt zeigte jetzt jedoch zumindest, dass die Industrie die Zeichen der Zeit mittlerweile erkannt hat. Nahezu alle Hersteller bemühten sich in den Frankfurter Messehallen um ein grünes Image und stellten verbrauchsarme Motoren und niedrige Emissionswerte in den Mittelpunkt ihrer Werbung. Lediglich die Luxusmarken buhlten weiterhin mit protzigen PS-Gefährten um die Publikumsgunst.

Die IAA habe gezeigt, dass „insbesondere die deutschen Automobilhersteller, die mit 42 Weltpremieren den Löwenanteil an den Neuheiten hatten“, mit ihren Modellen auf einem guten Weg für „Wachstum und hohe Umweltverträglichkeit“ seien, meinte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Studien belegen jedoch, dass man erst am Anfang dieses Weges steht. Die deutschen Autobauer liegen mit dem CO2-Ausstoß ihrer Flotten noch immer deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer Untersuchung, die der Europäische Verband für Verkehr und Umwelt „Transport & Environment“ (T&E) kürzlich in Brüssel veröffentlicht hat. Während die im Jahr 2008 EU-weit verkauften Pkw im Schnitt 153 Gramm CO2 pro Kilometer ausstießen, lag dieser Wert bei den Autoflotten deutscher Hersteller um zehn Gramm höher. Daimler schneidet mit 175 Gramm CO2 pro Kilometer als schlechtester von 14 ausgewerteten Herstellern in Europa ab, Volkswagen liegt mit 159 Gramm auf Platz 12 und BMW mit 154 Gramm auf Platz neun.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der WWF forderten angesichts der Zahlen ihres europäischen Dachverbandes die deutschen Hersteller dazu auf, ihre Anstrengungen für spritsparende Fahrzeuge zu erhöhen. Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Unsere Zahlen widerlegen die Aussagen von VDA-Chef Matthias Wissmann. Im Rahmen der IAA hat er immer wieder die deutsche Autoindustrie als Vorreiter im Klimaschutz angepriesen. Im Vergleich zu anderen Herstellern haben die deutschen zwar hohe Effizienzgewinne zu verzeichnen, allerdings kommen sie von ganz weit hinten und dümpeln nach wie vor am Tabellenende vor sich hin. VDA-Präsident Matthias Wissmann setzt aufs falsche Pferd, wenn er stolz verkündet, dass 80 Prozent aller Premiumautos aus Deutschland kommen. Diese Autos sind nicht mehr zeitgemäß und nicht zukunftsfähig.”

Aber welche Autos sind überhaupt zukunftsfähig? Auf der IAA scheint sich die Branche einig. Zwar werden hier und da vereinzelt auch Erdgas- und Flüssiggasfahrzeuge gezeigt, im Mittelpunkt stehen jedoch eindeutig Elektroautos. Audi, BMW, Mercedes und viele andere präsentierten in Frankfurt ihre strombetriebenen Zukunftsvisionen. Zu sehen waren allerdings nur Konzeptstudien. Wann wirklich praktikable Elektroautos in Serie produziert werden können, blieb offen. Der Weg ist noch lang.

Eike Schlüter 08.10.2009
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