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Stefan Seitz aus Wasserburg mit seinem Rapsöl-Auto.
Foto:ik

„Die Technik ist ausgereift“


Die Kraftstoffpreise fallen und so geraten sie in Vergessenheit, die regenerativen Treibstoffe wie beispielsweise Rapsöl. Nicht so bei Stefan Seitz.

Wasserburg.
„Warten ist nicht mein Ding, nicht noch Jahrzehnte, bis die Autoindustrie einen gang-baren Weg in Sachen regenerativer Treibstoffe gefunden hat“, beginnt der Wasserburger über seine Erfahrungen mit seinem Rapsöl-Auto zu berichten. Bereits vor 15 Jahren, an der Uni Weihenstephan, hörte Stefan Seitz begeistert den Vortrag von Ingenieur Ludwig Georg Elsbett. Dieser hatte einen Audi 100 mit seinem eigenentwickelten Pflanzenölmotor ausgestattet. Dieser Motor hatte bereits damals einen wesentlich höheren Wirkungsgrad als ein vergleichbarer Diesel; jedoch kein Autohersteller war bereit, Autos ohne Motor zur Verfügung zu stellen, um damit in Serie zu gehen.

Wieder war es ein Vortrag, der Seitz mit Rapsölmotoren konfrontierte. Hier wies die Firma Reconet darauf hin, dass sie nun auch Pkw umrüste, hauptsächlich VW-Diesel. Der Motor werde beibehalten, ein Wärmetauscher eingebaut, eine Pumpe sowie die Steuerung und ein zweiter Tank, kämen hinzu. „Die Technik ist ausgereift“, betonte Stephan Salinger von Reconet. Daraufhin holte Seitz Referenzgutachten ein und ließ seinen VW Touran umrüsten.

Seit 2007 ist Seitz nun mit seinem Rapsölauto unterwegs. Er tankt dieses beim Landwirt Toni Lamprecht in Garting bei Schnaitsee. Lamprecht stellte vor zwei Jahren seinen Betrieb zusätzlich auf Bio-Kraftstoff-Anbau um. Stefan Seitz ist bei seinem Umstieg auf Pflanzenöl der Faktor Umwelt sehr wichtig, aber auch, dass das Rapsöl aus der Region kommt und er zugleich die heimische Landwirtschaft unterstützt. „Falls keine Rapsöltankstelle zu Verfügung steht, ist das nicht hinderlich, denn der VW kann auch jederzeit mit Diesel fahren“, erklärt Seitz.

Irene Kristen-Deliano 30.04.2009
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