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Dank Allradantrieb nicht nur ein Sommerauto: der neue 911 Targa4.
Foto:Porsche

Ein Porsche für jedes Wetter


Mit Glasdach und Allradantrieb ist der neue Porsche 911 Targa4 ein faszinierendes Ganzjahresfahrzeug. Wir haben den Luxus-Sportwagen getestet.

Mehr als vier Jahrzehnte baut Porsche nun den Elfer, und dennoch hat er an Anziehungskraft nichts verloren. Die Elektronik mäßigte den Übersteuerungstrieb des Heckboxers erheblich, die Leistung hat sich vervielfacht. Der Elfer von heute ist alltagstauglicher denn je, besonders der neue 911 Targa4, erkennbar am großflächigen Glasschiebedach mit Rollo und Windabweiser, an das sich eine transparente Heckklappe anschließt. Sie verschafft dem Elfer sportlichen Kombi-Flair: Ein Knopfdruck an der Fernbedienung, und schon ist sie geöffnet, schafft Zugang zu einem Gepäckfach und zum Beladen der Rücksitze.

Der eigentliche, 105 Liter fassende Gepäckraum unter der Fronthaube fasst zwei Trolleys und knautschfähige Taschen. Keiner soll also sagen, ein Porsche wäre nichts für eine flotte Urlaubsfahrt - im Gegenteil: Der Targa ist absolut wetterfest und macht Spaß das ganze Jahr - auch im Winter, denn es gibt ihn nur mit Allradantrieb. Der wirkt normalerweise wie ein Heckantrieb und bringt je nach Fahrsituation zwischen 5 und 40 Prozent der Antriebskraft nach vorne. Die Folge: stabiler Geradeauslauf, überzeugende Fahrdynamik. Das Fahrwerk mit seinen Niederquerschnittsreifen meldet wohl, was sich unten tut, ist aber nicht unkomfortabel.

Ein Gewinn ist das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Es schaltet fast ruckfrei und schnell und hilft auch sparen. Wer das Schalten nicht lassen kann, tut das am Lenkrad - mehr eine Spielerei, denn schnelle Überholmanöver lassen sich per Gaspedal genauso meistern. In den vorderen Stühlen sitzt man wie in einem Maßanzug, Lenkung und kurzer Radstand bringen agile Beweglichkeit, und ist die Straße trocken, wird die Kraft der 325 PS (beim Targa4S 355 PS) voll auf die Straße gebracht und jeder Gasschub in Vorwärtsdrang umgesetzt.

Dass echte Sportwagen nicht die Ablagemöglichkeiten eines Kleintransporters bieten ist klar, man bringt aber unter, was man braucht, sogar zwei Pappbecher mit Cola. Erfreulich auch, dass Porsche nicht jede Mode mitmacht: Die Handbremse ist immer noch eine Handbremse und kein Knopf, der elektronisch sperrt, der Tageskilometerzähler wird wie gewohnt durch Knopfdruck zurückgestellt, das Lenkrad bleibt frei von Rädchen, Tasten und Knöpfen - die Bedienung ist eigentlich einfach.

Erstaunlich ist der immer noch vorbildlich geringe Verbrauch. Auf Bundesstraßen und Autobahnen mitschwimmend, kommt man mit 9 bis 10 Litern Super aus, nur bei schneller Fahrt werden es dann ein bis zwei Liter mehr. Wenn Anschaffung und Unterhalt auch so gering zu Buche schlügen, dann wäre alles ein wohlfeiles Vergnügen.

Hans-Roland Zitka 02.04.2009
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