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NACHRICHTEN | Lokales | Chiemsee

Bernauer sind stinksauer auf Mobilfunkbetreiber O2
Bernau - Die «Bürgerinitiative für ein strahlungsarmes Bernau» ist stinksauer. Schon seit Anfang Januar ist die heftig umstrittene UMTS-Sendeanlage auf dem Funkmast am Bahnhof (wir berichteten) in Betrieb. Die Bernauer Bürger haben dies aber nicht etwa durch den Betreiber O2 erfahren, sondern durch eine am vergangenen Donnerstag durchgeführte Messung eines unabhängigen Messtechnikers. Die Gemeinde wurde trotz anders lautender Absprachen von O2 nicht darüber in Kenntnis gesetzt.
Die Empörung am Chiemsee ist dementsprechend groß. Etwa 100 Bernauer Bürger brachten am Montagabend in einer spontanen Aktion am Sendemast ihre Entrüstung über das «brüske und rücksichtslose Vorgehen» (O-Ton der Bürgerinitiative) des Betreibers O2 zum Ausdruck. Sie entzündeten als Zeichen ihres Protestes Grablichter und schrieben ihre Unmut auf ein Plakat, das dem Betreiber zugeschickt wird.
Trotz der Inbetriebnahme des umstrittenenen Sendemastes beteuert ein Sprecher von O2 zwar, nach wie vor zu einem Gespräch mit der Gemeinde bereit zu sein. Die Bürgerinitiative, die auch von der grünen Landtagsabgeordneten Barbara Rütting unterstützt wird, will dieser Aussage jedoch wenig Glauben schenken. «Die Wahrheit ist, dass sowohl ein Schreiben des bayerischen Umweltministeriums mit der dringlichen Bitte, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen, als auch ein Brief des Bürgermeisters mit konkreten Terminvorschlägen für solch ein Treffen unbeantwortet blieben. Die von Herrn Daiber vorgeschlagenen Termine sind mittlerweile verstrichen», so die Initiative in einer Presseerklärung.
Die Gegner der UMTS-Anlage mitten im Bernauer Ortskern wollen sich so leicht aber nicht abspeisen lassen. Sowohl der CSU-Bürgermeister Klaus Daiber als auch die Bürgerinitiative bestehen hartnäckig auf einen runden Tisch mit den Betreibern O2 und T-Com, welche die Anlagen im Ortsteil Bergham betreiben. Das Ziel: Eine Verlegung der Sendeanlagen vom Bahnhof an Alternativstandorte außerhalb des bebauten Gebietes und damit eine geringere Strahlenbelastung für die Bernauer Bürger.
