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Taubenschlag
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Wochenende voller Brauchtum

Lichtmess, Blasitag und Taubenmarkt – Februarwochenende mit Tradition


Wasserburg - Drei Termine sind in Wasserburg am ersten Februarwochenende fest im Kalender verankert. Traditionell begeht man Lichtmess, Blasitag und Taubenmarkt.

Nach dem kirchlichen Kalender geht mit Maria Lichtmess am 2. Februar die Weihnachtszeit zu Ende. Bis 1912 ein richtiger Feiertag, werden nach altem Brauch am Lichtmesstag neben Altarkerzen auch alle anderen Kerzen und Wachsstöcke der Gläubigen geweiht (Kerzenweihe: Samstag, 3. Februar 2007 nach der Abendmesse). Eine besonders große Weihe- und Segenskraft für Haus und Hof, Mensch und Tier, schrieb man der Lichtmesskerze zu. Daher schenkte man sich in der Familie auch etwas aus Wachs: Den Männern dicke weiße Kerzen, den Frauen ein rotes oder weißes Wachstöckel, den Kindern schließlich bunte Pfenniglichter. Letztere waren dünne, etwa 20 Zentimeter lange Kerzen. Zudem war dieser Marienfeiertag ein entscheidendes Datum für die ländliche Bevölkerung. Ihr Arbeitsjahr ging zu Ende und die Dienstboten konnten die Stellung wechseln.

Im Heiligenkalender der Namen findet man am 3. Februar den Heiligen Blasius. Er zählt zu den 14 Nothelfern. Blasius von Sebaste (geboren um 316) war Bischof im heutigen Sivas in der Türkei. Vor seinem Amt als Bischof soll er Arzt gewesen sein und der Legende nach Heilkräfte besessen haben. Später war er in römischer Gefangenschaft; dort versuchte Statthalter Agricola ihn vom christlichen Glauben abzubringen. Blasius widerrief nicht und wurde verurteilt. In seiner Todesstunde soll er gebetet haben, dass alle Menschen, die unter einer Halskrankheit litten und in seinem Namen um Gesundheit bäten, erhört werden mögen. Deshalb wurde er zum Schutzpatron der Halskranken, aber auch bei Koliken und Geschwüren vertraut man auf seine Hilfe.
Beim Blasiussegen, der in Wasserburg am Samstag, 3. und Sonntag 4. Februar nach den Messen gespendet wird, hält der Priester dabei zwei gekreuzte, brennende Kerzen an den Hals der Gläubigen und spricht den Segensspruch.

Aber weit wichtiger für die Wasserburger ist der Taubenmarkt, der seit 1878 immer am 3. Februar stattfand. Im Jahre 1996 verlegte man diesen Markt mit Kleintierzuchtausstellung auf den 1. Sonntag im Februar. Tausende von «Taubenlackeln» und Schaulustigen aus aller Herrenländern bevölkern an diesem Tag die Gassen und Plätze der Stadt am Inn. 2006 wurde der Taubenmarkt wegen der Vogelgrippe behördlicherseits abgesagt. Seit seinem Bestehen erst zum 2. Mal. Deshalb freuen sich die «Taubenlackel» heuer wieder, am Sonntag, den 4. Februar von sieben bis 15 Uhr ihrem Hobby, dem Handeln von Tauben, nachkommen zu können.

Irene Kristen-Deliano 01.02.2007
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