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Ein homogenes Team! Die Mitarbeiter der Sparkassengeschäftsstelle in Feldkirchen: Brigitte Seidl, Thomas Huber, Ilona Schmöller, Eva Kalhammer, Hedi Raab, Stefan Brence und Paul Hilse.
Foto:Susann Niedermaier

Frauenpower in der Sparkasse


Von 51 Sparkassen im Landkreis werden nur wenige von Frauen geleitet. Eva Kalhamer ist eine davon. Ihr Karriereweg führte nach Feldkirchen-Westerham.

Feldkirchen.
„Der Kunde, der zu mir kommt, zahlt mein Gehalt“. Bereits im ersten Augenblick des Gespräches konfrontiert Eva Kalhammer mit dieser Einstellung, die von Verantwortungsbewusstsein, Respekt vor Anderen und Motivation spricht. Aktiv lebt sie diesen Satz seit 1976, als sie ihre berufliche Laufbahn mit der Ausbildung zur Bankkauffrau in der damaligen Sparkasse Bad Aibling begann. Diese Einstellung brachte ihr auch die Führungsposition, die sie heute als Leiterin der beiden Geschäftsstellen der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling in Feldkirchen und Westerham hat.

„Der Mensch besteht zu 60 Prozent aus Wasser, der Rest ist Einstellung”. Das hat sich die Bankspezialistin über ihr Leben geschrieben. Doch Einstellung alleine reicht noch nicht für eine Karriere. Engagement, Handeln und ständiges Lernen sind Sprossen der Karriereleiter. Kalhamer hat ständig daran gearbeitet. Zur Banklehre absolvierte sie früh Ausbildungen innerhalb der Sparkassenorganisation: Sparkassenkauffrau, Sparkassenfachwirtin und Sparkassenbetriebswirtin.

Ob es schwierig oder einfach war, als Frau die Karriereleiter innerhalb einer Geld-Welt-Organisation hoch zu klettern? Sie lässt sich Zeit. „Beides“, kommt dann überraschend.

„In der Sparkassenorganisation haben Frauen grundsätzlich gute Chancen“. Viele Frauen entscheiden sich nach Familiengründung eben ganz - für die Familie. Denn es braucht viel Einsatz, Weg und Zeit, um berufliche Ziele zu erreichen. Einsatz brachte und bringt Eva Kalhammer immer. Für den Kunden oft noch abends um acht beim Beratungsgespräch, auch am Wochenende. Ihr Erfolgsweg war ein langer. Von 140 Bewerbern bekam sie mit elf anderen einen Ausbildungsplatz. Durchsetzungsvermögen, Zielstrebigkeit, Teamgeist und Menschenkenntnis führten sie voran. Sieben Jahre qualifizierte sie sich als stellvertretende Geschäftsstellenleiterin in Feldkirchen. Kalhammer nennt zwei Menschen, die wesentlich an ihrem beruflichen Erfolg beteiligt waren. Gerd Vitzthum und Martin Wiesmeier, beide Vorstände der Sparkasse Bad Aibling vor der Fusion mit Rosenheim.

„Trauen Sie sich das zu?“, hatte Vitzthum Eva Kalhamer gefragt. Verhandelt wurde die Position des Geschäftsstellenleiters in Feldkirchen. Kalhammer versicherte sich erst, dass Vitzthum ihr auch zutraute, die Geschicke der Geschäftsstelle zu lenken. Dann war ein klares „Ja“, ihre Antwort. Die positive Entwicklung der Geschäftsstelle zeigt, daß beide die richtige Entscheidung getroffen haben. Martin Wiesmeier war ihr Vorbild und Lehrer in der Teambildung und Mitarbeiterführung. „Durch ihn habe ich einen neuen, motivierenden Führungsstil kennengelernt.” Mitarbeiter führen zu dürfen ist für Kalhamer heute Kern ihres Aufgabenbereiches. „Einer kann stark sein, zwei sind gut, ein gutes Team ist unschlagbar“. So bucht sie die hohe Kundenakzeptanz der beiden Sparkassengeschäftsstellen Feldkirchen und Westerham auf die Guthabenseite ihres homogenen Teams. Eva Kalhamer schätzt ihre Mitarbeiter und deren Leistung. „Bei uns steht einer für den anderen, wir ziehen am gleichen Strang”. Warum sie gerne für die Sparkasse arbeitet? „Bei der Sparkasse lohnt sich Leistung”, sagt sie. „Gut für die Region”, fällt spontan. Geht es nicht auch ohne Werbeslogan?

Oder war diese Antwort etwa echte Überzeugung? Eva Kalhammer schafft es, mit ihren Argumenten die skeptische Frage zu entkräften. „Wir nehmen Einlagen aus der Region und geben daraus Kredite an den Mittelstand in der Region”, sagt Kalhammer. „Dieses konservative Modell, das die Sparkassenorganisationen immer schon prägte, verteilt Risiken überschaubar in der Region auf viele Schultern. Es hat sich immer und gerade in der letzten Zeit als stabil und sicher erwiesen. Ich arbeite gerne für eine Organisation, die meinen Kunden und auch mir Sicherheit bietet - in bewegten Zeiten”.

In ihrer knapp bemessenen Freizeit lädt sie gerne Freunde ein, die sie - zusammen mit ihrem Mann - bekocht. „Auch Mehrgangmenüs für 15 Leute!” Als echte Optimistin sieht sie immer erst den gefüllten Teil des Glases. Diese positive Einstellung möchte sie gerade jungen Existenzgründern mit auf den Finanzweg geben. Und auch den alten Finanzhasen. Denn „Krise hin oder her” - Hinfallen ist keine Schande, wichtig ist das Aufstehen und das Weitergehen”.

Susann Niedermaier 30.04.2009
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