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Erfolgreiche Flugsaison, auf die Wolfgang Lengauer (links) stolz sein kann: Joachim Blum (im Cockpit) holte für das Alpenflugzentrum Unterwössen bei den Junioren den Titel als Deutscher Meister. Martin Müller (rechts) gewann den Walter-Weber-Cup.
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Fünf Mal im Segelflug um die Welt


Unterwössen - 210.000 Kilometer haben die Mitglieder des Alpenflugzentrums Unterwössen heuer im Segelflugzeug zurückgelegt. Gemeinsam sind sie praktisch fünf Mal um die Welt geflogen. Eine Leistung, die 48 Piloten in 503 Flügen mit dem Segelflugzeug erbracht haben - ganz ohne Motor also. Damit sind sie im Streckenflug weltweit die Nummer eins bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft der Vereine.

«Etwa 1000 Vereine machen da mit; viele auch aus Australien oder Afrika», so Wolfgang Lengauer, Vereinsvorsitzender des Alpenflugzentrums. In diesem Verein haben sich alle Streckenflieger aus den drei Fliegergruppen, die auf dem Unterwössener Flugplatz beheimatet sind, vor einem Jahr zusammengeschlossen. Lengauer erklärt, wie die WM abläuft: Jeder Pilot hat einen so genannten «Logger» mit im Cockpit, der alle vier Sekunden sämtliche Flugdaten wie Richtung, Höhe, Steigen und Sinken aufzeichnet. Später gibt er die Daten ins Internet ein, wo sie als Online-Wettbewerb in der weltweiten Rangliste gewertet werden. Es gibt kein Limit, wie viele Flüge ein Pilot pro Flugsaison eingeben kann - im Schnitt kommt in Unterwössen jeder auf zehn Flüge.

Ebenfalls ohne Beschränkung ist die Zahl der Piloten, die für einen Verein teilnimmt - in Unterwössen waren es 48. Gewertet wird schließlich die Summe der Kilometer, die der Verein insgesamt erbracht hat. «Als Streckenflug gilt jeder Flug über 50 Kilometer», so Lengauer. Start und Landung können überall auf der Welt erfolgen; gewertet wird für den heimischen Verein. So hat zum Beispiel Helmut Römer mit über 1000 Kilometern in Spanien den weitesten Flug der eben beendeten Saison gemacht. Für das Alpenflugzentrum ist es heuer das zweite Jahr in Folge, in dem der Verein unter den 1000 Teilnehmer die meisten Flugkilometer zusammengebracht hat.

Zum ersten Mal hat das Alpenflugzentrum jetzt, ein Jahr nach Vereinsgründung, bei der Deutschen Weltmeisterschaft mitgemacht - und ist gleich vier Mal auf dem ersten Platz gelandet: In der Juniorklasse wurde Joachim Blum Deutscher Meister und Jan Lyczywek Vizemeister. Auch bei den Senioren belegen die Unterwössener mit Gerhard Heidebrecht und Martin Müller Rang eins und zwei. Und in der Mannschaftswertung haben die Junioren und Senioren die Pokale für die beste Leistung geholt. Gewertet wurden sie in der Clubklasse, das heißt die Spannweite des Fliegers ist auf 15 Meter begrenzt. Die Deutsche Meisterschaft wird wie auch die WM online gewertet; jeder Pilot darf dafür seine drei weitesten Flüge einreichen. Damit wirklich der beste Pilot gewinnt und nicht das Material, wird aus Kilometerzahl in Relation zu Leistungsfähigkeit des Flugzeugs ein Punktwert ermittelt. Stichtag für den letzten eingereichten Flug ist der 15. September.

Aushängeschild der Flugsaison 2005 ist der 25-jährige Joachim Blum als dreifacher Deutscher Meister: als Einzelperson bei den Junioren und in der Mannschaft mit den Junioren und Senioren. Beim vereinsinternen Walter-Weber-Cup mit Start in Unterwössen landete er hinter Martin Müller auf Platz zwei. Vor zehn Jahren, im Alter von 15, hat Joachim Blum mit dem Segelfliegen begonnen. «Wir sind stolz auf unsere Jugend und wollen diese möglichst gut fördern», so Lengauer. Die wenigsten wüssten, dass ein Jugendlicher bereits mit 14 mit der Flugausbildung anfangen darf. Für Jugendliche gibt es Schnupperkurse und auch beim Kinderferienprogramm sind die Flieger dabei. «Wir kämpfen noch immer gegen das Vorurteil an, dass Fliegen ein sehr teures Hobby ist», sagt der Vereinsvorsitzende. Aber bei weitem nicht jeder Pilot besitzt einen eigenen Segelflieger, viele fliegen die vereinseigenen Maschinen. «Und der Flugschein bei der Deutschen Alpensegelschule kostet weniger als heutzutage der Führerschein», ist Lengauer überzeugt.

Katrin Detzel 01.11.2005
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