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THEMEN | Medizin & Gesundheit
Der herzchirurgische Notfall
Herzerkrankungen und Herzinfarkte gehören zu den häufigsten Todesursachen in den westlichen Industriestaaten. Das Vogtareuther Gesundheitsgespräch klärte auf.
Vogtareuth. Statistisch gesehen stirbt in Europa alle 42 Sekunden ein Mensch an den Folgen eines akuten Koronarsyndroms. Im Gesundheitsgespräch vergangenen Mittwoch im Behandlungszentrum Vogtareuth erläuterte Prof. Dr. Albert Schütz, Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie, worauf es bei der Versorgung eines herzchirurgischen Notfalls ankommt. Er erklärte aber auch, wie Herzerkrankungen frühzeitig erkannt werden können und wie man durch vorbeugende Maßnahmen sein Herz so gesund wie möglich halten kann.
Mit über 5.000 durchgeführten Herzoperationen zählt Prof. Schütz zu den erfahrensten Operateuren in Deutschland und weiß, wie wichtig Prävention ist. „Je früher Herzerkrankungen erkannt und behandelt werden, desto besser ist die Prognose“, so der Herzchirurg. „Ich wäre sehr froh, wenn meine intensive Aufklärungsarbeit einige gefährdete Patienten zu gesünderem Lebenswandel anregen könnte, so dass ich sie nie auf meinem Operationstisch zu sehen bekomme.“
Die Patienten würden Beschwerden oder Schmerzen oft nicht ernst genug nehmen. Ihre Herzerkrankungen würden daher häufig erst spät bei einem Arztbesuch oder im Extremfall erst dann erkannt, wenn der Notfall eintritt, so Schütz. Herzinfarkte oder das Einreißen der Aorta, der Hauptschlagader, zählen zu den gefährlichsten Notfällen, bei denen Sofortmaßnahmen überlebenswichtig sind.
Seit der Eröffnung der Klinik für Herzchirurgie im Jahr 2006 wurden die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, um durch eine schnelle und effiziente Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten, den kardiologischen Zentren im Chiemgau und der Klinik für Herzchirurgie eine optimale Versorgung für herzkranke Patienten sicherzustellen.
„Pro Jahr können wir durch die ortsnahe Versorgung etwa 60 Menschenleben retten, die einen längeren Transport nicht überleben würden“, erläuterte Prof. Schütz. „Im Notfall zählt wirklich jede Sekunde. Dafür haben wir erfahrene und hervorragend eingespielte Notfallteams zusammengestellt.“
