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THEMEN | Medizin & Gesundheit

Fortschritte bei Demenz


Positive Nachricht aus Gabersee: Bessere Versorgung für Demenzkranke ist möglich - das Leuchtturmprojekt Demenz zieht ein positives Zwischenfazit.

Wasserburg / Region.
Für eine bessere Versorgung der 1,1 Millionen Demenzkranken in Deutschland müssen neue Versorgungsstrukturen aufgebaut werden. Wohnortnahe und niedrigschwelliege Angebote helfen, dass viele der bislang nicht versorgten beziehungsweise unterversorgten Patienten besser therapiert werden können. Dieses Fazit zogen die mehr als 140 Teilnehmer der Fachtagung „Integrierte Demenzversorgung in Oberbayern“ (IDOB) im Inn-Salzach-Klinikum (Gabersee).

In dem vom Bundesministerium für Gesundheit mit 13 Millionen Euro geförderten Modellprojekt wurden in den vergangenen zwölf Monaten neue Versorgungsstrukturen in der Region München-Ost und dem Berchtesgadener Land aufgebaut. Federführend bei der Umsetzung waren das Klinikum München-Ost, das Inn-Salzach-Klinikum, das Institut für angewandte Sozialwissenschaften und der Projekteverein GmbH.
Die stellvertretende Bezirkstagspräsidentin Ursula Bittner betonte, dass gerade die Versorgung der dementen Menschen eine zentrale Aufgabe der Politik sei. „Um so erfreulicher ist es, dass zwei Einrichtungen des Kommunalunternehmens sich an dem Modellprojekt beteiligen und die Versorgung sicherstellen“, so Bittner.

Das Klinikum München-Ost versorgt die Modellregion München-Ost mit mehr als 300.000 Menschen. Ausgewählt wurde die Region wegen ihrer besonderen Struktur: bereits heute leben mehr als 50 Prozent der Personen in Ein-Personen-Haushalten, mehr als 25 Prozent der Einwohner sind älter als 65 Jahre. Im Rahmen des Modellprojektes hat das Klinikum München-Ost knapp 100 Patienten betreut und behandelt.Das Inn-Salzach-Klinikum versorgt die Region Berchtesgadener Land mit knapp 300.000 Einwohnern. Die Struktur ist im Gegensatz zu München-Ost ländlicher.

Im Mittelpunkt des Konzepts steht das Ziel, eine stationäre Behandlung zu vermeiden, stattdessen sollen Betroffene so lang wie möglich in der vertrauten Umgebung bleiben können. Die engere Vernetzung und Verzahnung von ambulant-komplementären und stationären Versorgungsangeboten ist ein wichtiger Schritt, um Patienten und Angehörigen zu helfen. Hausärzte, Pflegedienste, Kliniken, Tagespflege, Ergotherapeuten und ambulante Laien bilden ein Netzwerk, das den Patienten durch die Erkrankung begleitet.

Das Modellprojekt läuft im kommenden Jahr aus. Alle Beteiligten sprechen sich für eine Fortführung des Projekts aus und hoffen, dass die neuen Versorgungsstrukturen flächendeckend in Bayern angeboten werden können. Der demographische Wandel führt dazu, dass im Jahr 2020 mehr als zwei Millionen Menschen an Demenz leiden. Jedes Jahr erkranken mehr als 200.000 Menschen neu an Demenz. Auch wegen dem Wegfall traditioneller familiärer Strukturen werden viele der Erkrankten auf professionelle Hilfe angewiesen sein. Experten erwarten, dass sich die Pflegekosten im Jahr 2020 auf ca. 30 Milliarden Euro belaufen werden. Prof. Dr. Margot Albus und Prof. Dr. Gerd Laux, Ärztliche Direktoren der beiden Kliniken betonten unisono, die Fortführung des Projekts sei sinnvoll und wichtig.

Redaktion 26.03.2009
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