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Abnehmen: Kleine Schritte sind ausreichend
Abends lange hell - endlich genug Zeit, für meine Gesundheit und meine Figur etwas zu tun. Und dabei noch schlanker und fitter zu werden! Aber wie? Wie anfangen? Wie lange durchhalten? Wie immer wieder motivieren? Sie könnten nach dem Lesen dieses Artikels anfangen.
Beantworten Sie sich diese Fragen: Was wird sein, wenn ich dünner und fitter bin? Was werde ich tun, wenn ich schlanker und fitter bin? Womit werde ich mich belohnen, wenn ich dünner und fitter bin? Was gebe ich auf, um dünner und fitter zu werden? Welche lieb gewonnenen Gewohnheiten muss ich einschränken oder gar ganz aufgeben, damit ich zum Erfolg komme? Was bekomme ich stattdessen? Für wen mache ich es? Was ist mein Ziel bis zum Jahresende, das mich immer wieder von Neuem anstachelt? Und schließlich: Will ich das wirklich?
Diese Fragen und Antworten sollten Sie auf ein Blatt Papier schreiben und sie alleine oder mit einem guten Freund oder einer guten Freundin auf Realität überprüfen.
Das ist die Vorübung, dann geht es an die Planung des Neuen, ans Ziele setzen. Kleine Teilschritte, kleine überschaubare und messbare, das heißt überprüfbare Teilziele festlegen. Dabei kann der Teufel im Detail stecken. Meist sind die Schritte zu groß, die gewählt werden, da man sich zu wenig Zeit gönnt und dann ist das Scheitern vorprogrammiert. Ein Vergleich mit dem Lernen von Klavierspielen kann es verdeutlichen: Wer sogleich eine Sonate oder nur ein Lied spielen will, fängt zu groß an. Ein Instrument spielen lernen beginnt mit dem Üben von Tonleitern und Akkorden; Woche für Woche, wenn die Finger geschmeidiger werden und die Töne gut klingen, dann kann an Melodien und kleine Stücke gedacht werden. Und dann sind die kleinen Erfolge auch ganz wunderbar motivierend.
Neues Essen lernen und wieder regelmäßig bewegen gehören zusammen! Deshalb gelten die Grundsätze für beides. Beim Ausdauertraining langsam mit kleinen Übungen und kleinen Distanzen beginnen, dann spürt der Körper von Woche zu Woche den Trainingserfolg und Sehnen und Gelenke haben die Chance mit zu kommen und zugleich wird die Puste Schritt für Schritt leistungsfähiger. Was beim körperlichen Training so einleuchtend ist, fällt beim Essen oft so schwer. Mit ganz kleinen Schritten beginnen. Dazu gehört als erstes die Einsicht, dass es ausreichend ist, maximal ein Pfund pro Woche abnehmen zu wollen. Hand aufs Herz: Ein Pfund pro Woche abnehmen ergäbe auf ein Jahr hoch gerechnet 26 Kilogramm weniger! Was übrigens in einem Jahr für die meisten Abnehmwilligen zuviel wäre. Besser ist es sich vorzunehmen, dass man zehn Prozent vom Ausgangsgewicht abnehmen will. Als Beispiel: acht Kilogramm von 80 kg. Diese Menge an Gewichtsverlust, vor allem wenn es verlorenes Fett ist und nicht Muskeln oder Wasser, ist leichter zu halten - und schließlich will jede(r) nicht nur schlank und fit werden, sondern schlank und fit bleiben.
Niemand kann jedoch gegen seine Gene arbeiten, nur gegen seine (ungünstigen) Gewohnheiten! Deshalb ran an die Gewohnheiten und an die Selbsterkenntnis als Ausgangsbasis. Ein sogenanntes Essprotokoll führen über mindestens eine Woche. Jeden Tag ganz ehrlich abwiegen und aufschreiben, was in den Mund hineinrutscht. Jeder Bissen, jeder Schluck, jedes Gummibärchen. Nur wer sich ehrlich beobachtet, kann daraus Verbesserungen ableiten. Daneben stellen sich noch die Fragen: Wie oft esse ich? Esse ich bei Hunger? Kann ich Hunger und Durst unterscheiden? Fühle ich den Unterschied zwischen Hunger und Gelüsten?
Niemand kann Sie schlanker machen, nur Sie selber. Morgen fangen Sie an? - Nein, heute!
Die Autorin ist Diplom-Ökotrophologin in Rosenheim. Telefon: 08031-60 93 48.
