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Kinder: Lieber fit als faul


Viele Kinder bewegen sich zu wenig und essen zu fett, zu süß und zu viel: Ein „Gesundheitstag” an den Schulen soll helfen, die Entwicklung zu bremsen.

Region. „Für manche Kinder ist es schwierig, beim Geradeauslaufen in einer Bahn zu bleiben. Andere fallen hin, obwohl kein Hindernis im Weg steht”, erzählt Ralf Gstatter, Grund- und Hauptschullehrer in Ruhpolding und in seiner Freizeit Leichtathletiktrainer. Rückwärtslaufen lässt er seine Schüler inzwischen nur noch ungern, weil die Gefahr zu groß ist, dass Kinder stürzen und auf den Hinterkopf fallen.

Ulrike Hoernes, Konrektorin an der Franz-von-Kohlbrenner-Hauptschule in Traunstein, pflichtet ihrem Kollegen aus Ruhpolding bei. Was Kondition und Motorik beträfen, hätten die Kinder deutlich weniger drauf als vor 15 Jahren. „Heute verbringen die Kinder weniger Zeit draußen im Wald und mehr vor dem Fernseher”, so Hoernes.
Im Großen und Ganzen sieht das Doktor Franz Heigenhauser, Leiter des Gesundheitsamts Traunstein, wie die Pädagogen: „Der Anteil derer, die den ganzen Tag vor dem Computer sitzen und Chips essen, ist nicht zu übersehen.” Allerdings beobachtet der Mediziner auch eine gegenläufige Entwicklung. „Es gibt auch Familien, die übermotiviert sind, was die Gesundheit betrifft”, so Heigenhauser. „Die Schere geht auseinander.”

Um das Bewusstsein der Kinder für Gesundheit und Bewegung zu schärfen, hat das Kultusministerium Bayerns Schulen jetzt einen Gesundheitstag verordnet - und zwar für diesen Samstag, an dem die Schüler die Schulbank drücken müssen, um einen freien Unterrichtstag „hereinzuarbeiten”.
Wie sie diesen gestalten will, entscheidet jede Schule für sich. „In den höheren Klassen informiert bei uns eine Apothekerin über Essstörungen”, erzählt Konrektorin Hoernes. Weitere Fachvorträge beschäftigen sich zum Beispiel mit sinnvoller Handynutzung oder Gentechnik. In der Turnhalle der Kohlbrenner-Hauptschule wartet ein Fitnesstest auf die Schüler.

Die Grundschule in Ruhpolding schreibt Gesundheit schon über ein Jahr lang ganz groß. Seither ist sie Pilotschule einer Initiative des Kultusministeriums gegen Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung. Bausteine sind eine so genannte „gesunde Pause” und 20 Minuten zusätzliche Bewegung pro Woche. „Das Projekt läuft gut”, bestätigt Lehrer Ralf Gstatter.

Sandra Schwaiger 18.11.2008
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