Onlineausgabe der INNdependent Media GmbH

MEINUNGEN | Pro & Kontra

Brauchen auch wir ein Rauchverbot in Gaststätten?

In vielen Ländern wie Italien oder den USA ist das Qualmen in Gaststätten bereits verboten. Die Junge Union will dazu auch die Rosenheimer Wirte bewegen.

Franz Richter
Franz Richter

Franz Richter, Inhaber der Kaffeerösterei Dinzler:

In allen unseren Cafés gilt schon immer ein Rauchverbot. Wir sind überzeugt, dass wir damit sowohl für unsere Kunden als auch für unsere Mitarbeiter ein angenehmeres Klima schaffen. Ein Großteil unserer Kunden sind junge Leute mit Kindern. Denen gegenüber haben wir ja natürlich eine Verantwortung, ihnen eine angenehme Atmospähre ohne Zigarettenqualm zu bieten. Auch für unsere Mitarbeiter wäre es unerträglich, wenn sie sich täglich acht Stunden lang in einem verrauchten Lokal aufhalten müssten.

Allerdings sind wir auch keine militanten Rauchgegner, auf unseren Terassen ist das Rauchen selbstverständlich erlaubt. Wir waren auch anfangs nicht sicher, ob ein Rauchverbot richtig und durchsetzbar ist. Mittlerweile sind wir davon jedoch fest überzeugt. Wir werden da auch nicht wie andere Gaststätten rumeiern, sondern hundertprozentig an dem Verbot festhalten.

Ich spreche mich jedoch entschieden gegen ein gesetzliches Rauchverbot aus. Es gibt in Deutschland ohnehin schon viel zu viele Gesetze und viel zu viel Bürokratie. Das sollte man den Beteiligten überlassen und nicht versuchen, einen Zwang auf die Gaststätten auszuüben.

Anneliese Sket
Anneliese Sket

Anneliese Sket, Wirtin im Gasthaus «Zum Johann Auer»:

Ich bin dafür, in der Wirtschaft nichts zu verbieten. Wenn man getrennte Räume für Nichtraucher und Raucher hat wie wir, soll die Wahlmöglichkeit auch erhalten bleiben. Oft kommen Nichtraucher, die sagen schon beim Reingehen: gut dass es bei Euch einen echten Nichtraucherteil gibt. Wenn es eine ganze Gesellschaft ist, die sich für den Nichtraucherraum entscheidet und es sind einzelne Raucher darunter, können die zwischendurch in den vorderen Teil der Wirtschaft gehen.

Generell verbieten, da bin ich dagegen. Es rauchen doch sehr viele. Und wenn einer ins Wirtshaus geht, soll es ihm überlassen sein, wie und wo er sich wohlfühlt. Wir haben es mit der klaren Trennung von Anfang an so gemacht, dass wir jeden, der reserviert, fragen: Raucher oder Nichtraucher? Das finden alle sehr angenehm. Und wir sind froh, dass wir es so gelöst haben.

Unseren großen Nichtraucherraum vergeben wir auch an Gesellschaften nur unter der Bedingung, dass es eine Nichtraucher-Gesellschaft bleibt; wer rauchen will, kann ja in den vorderen Teil der Wirtschaft gehen. Wenn der Staat das Rauchen ganz verbietet wie in Italien, sind kleine Lokale benachteiligt, die keinen Raucherbereich anbieten können. Ich selbst habe früher geraucht, jetzt überhaupt nicht mehr. Mein Mann raucht nur am Feierabend mal eine Zigarre zum Genuss.
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